Seit 2021 ist nichts mehr so, wie es davor war. Big Player wie Anthropic oder OpenAI übertreffen sich mit jedem neuen Modell selbst – und die Arbeitswelt hat sich radikal gewandelt. Praktikanten, Werkstudenten oder Berufseinsteiger? Brauchen wir für die klassischen Büro-Jobs nicht mehr. Ich meine, digitale Akten sortieren oder einfache Skripte schreiben kann die KI mittlerweile problemlos. Aber schauen wir mal fünf Jahre in die Zukunft: Sind dann alle ITler arbeitslos?
Bei diesem Beitrag handelt es sich um meine persönliche Meinung. Ich werde hier vorrangig über die IT-Branche sprechen, aber im Kern betrifft es viele andere Berufsbilder genauso.

Aktueller Stand
Überall werden gerade massenweise Mitarbeiter ersetzt, was vor allem den IT-Bereich trifft. Das ist kein Wunder, denn Codezeilen tippen und Dateien hin- und herschieben kann die KI extrem gut. Zudem braucht eine KI keinen Urlaub und meldet sich nie krank. Sie wirkt wie der perfekte Mitarbeiter.
Unternehmen wie Google und Spotify wissen das längst zu nutzen. Google hat bereits massive Einsparungen im Marketing vorgenommen. Spotify-Gründer Daniel Ek erklärte zudem, dass Entwickler bei ihnen kaum noch selbst Code schreiben, sondern ihn nur noch generieren lassen. Sein Zitat dazu bringt es auf den Punkt:
Wenn ich mit meinen erfahrensten Ingenieuren spreche, den besten Entwicklern, die wir hatten, sagen sie, dass sie seit Dezember keine einzige Zeile Code mehr geschrieben haben. Sie generieren nur noch Code und überwachen ihn.“
Daniel Ek
Also: anhand dieses Stands müssten Entwickler sowie alle anderen, die tagtäglich am Computer arbeiten, eigentlich zittern. Die KI kann bereits viele Berufe ersetzen und steht doch erst am ganz Anfang ihrer Entwicklung.
Die schmerzhafte Wahrheit
Man muss es so offen und direkt sagen: Wer die KI jetzt prinzipiell ablehnt oder kein Interesse hat, sich weiterzuentwickeln, sollte sich entweder auf einen Bereich umschulen, den die KI noch nicht übernommen hat, oder eben hinnehmen, ersetzt zu werden. Large Language Models (LLMs) sind da, sie entwickeln sich rasant weiter und werden nicht mehr verschwinden. Es geht also nicht um die Frage, wie man verhindert, dass die KI einem den Job klaut. Es geht eher darum, wie man mit ihr zusammenarbeitet. Die wichtigsten Skills der Zukunft werden Prompting sowie das schnelle Erlernen und Bewerten neuer Tools sein. Wer da nicht mithalten kann, ist raus.
Warum uns KI aber doch nicht vollständig ersetzt
Jetzt kommen wir aber zum Positiven. Was sind die positiven Ausblicke durch die KI?
Physische Welt
Einerseits ersetzt die KI zwar viele Mitarbeiter, aber was sie nicht kann und wahrscheinlich noch sehr lange nicht lernen wird, ist die Interaktion mit der physischen Welt. Handwerker können also beruhigt sein.
Haben Dampfmaschinen Mitarbeiter ersetzt?
Als die ersten Dampfmaschinen kamen, war die Angst vor Massenarbeitslosigkeit riesig. Und dennoch sind wir heute nicht alle arbeitslos. In Fabriken, besonders bei Autoherstellern, stehen zwar bereits viele Roboter an den Bändern und etliche Prozesse sind automatisiert. Trotzdem haben uns die Maschinen nicht ersetzt. Im Gegenteil brauchen wir Menschen, welche diese Maschinen bauen, programmieren und warten. Die Mitarbeiter stehen nicht mehr direkt am Band, sondern entwickeln die Technik, die später dort arbeitet. Genauso wird es sich mit der KI entwickeln. Je mehr die KI übernimmt, desto komplexer wird der Prozess dahinter und desto mehr Personal benötigen wir, um diesen Prozess zu bändigen.
Fachkräfte-Lücke
Jeder Spezialist und jede Führungskraft hat mal klein angefangen. Man startete mit genau den Aufgaben, die heutzutage eine KI übernimmt. Erst später kamen komplexere Aufgaben und Verantwortung dazu. Was passiert aber, wenn diese erste Stufe der Karriereleiter wegfällt? Was passiert, wenn wir keine Einsteiger mehr brauchen? Womit füllen wir die Lücke, wenn die aktuellen Seniors in Rente gehen oder aufsteigen? Wer kommt dann nach?
In Rollen, in denen es um echte Verantwortung und Haftung geht, kann man nicht einfach eine KI hinsetzen. Man spart vielleicht kurzfristig Geld, aber der Vorteil schwindet in dem Moment, wo die KI richtigen Mist baut. Meine Vermutung ist daher: Jetzt lassen sich viele vom KI-Hype mitreißen, aber in ein paar Jahren wird man feststellen, dass man doch deutlich mehr menschliches Personal braucht, als man heute vermutet hat.
…und so weiter
Es gibt noch viele weitere Argumente, warum die Angst vor der KI nicht berechtigt ist. Die aufzuzählen würde zu lange dauern (eventuell mache ich mal einen zweiten Part).
Mein Fazit
Klar, derzeit ist die Situation (vor allem für Absolventen) gar nicht schön. Man studiert jahrelang, um später um einen Einsteigsjob kämpfen zu müssen. Vor allem sah die Lage vor ein paar Jahren ganz anders aus: viel IT-Studenten hatten bereits vor Ihrem Abschluss einen sicheren Job in der Tasche.
Aber wir sind gerade in der Mitte der Transofrmation. Es ist eine regelrechte Hysterie um KI, aber wie es sich entwickelt, es ist schwer abzusehen. Auch ist dieser Artikel deswegen meine persönliche Prognose ohne wissenschaftliche Belege und ähnliches. Aber eins ist klar, wir werden uns ändern müssen und lernen, gemeinsam mit der KI zu leben. Die KI wird keine Arbeitnehmer ersetzen, menschliches Personal wird aber eben in Zukunft anders eingesetzt als heute.
